Lehre

Bibelstunde 1

  1. Das Gleichnis von der „bösen Saat“ unter dem Weizen

    „Und Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam der Satan, säte Unkraut, die „böse Saat“ unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut, „die böse Saat“ zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat der Satan getan.

    – Matthäus 13,24–28 EU

    Die Saat des Teufels

    „Die böse Saat hat sich vermischt, die böse Saat ist verflucht“ FRA Detlef

    2. Das Gleichnis von der Verfluchung des Feigenbaums

    Nach dem Markusevangelium verfluchte Jesus den Feigenbaum vor der Tempelreinigung, und am nächsten Tag sahen die Jünger den verdorrten Baum:

    „Als sie am nächsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger. Da sah er von weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, um nach Früchten zu suchen. Aber er fand an dem Baum nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine Jünger hörten es. Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug. Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren. Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt. Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Meister, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. Jesus sagte zu ihnen: Ihr müsst Glauben an Gott haben. Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer!, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.“

    – Markus 11,12–25 EU

    Solche literarischen Anordnungen kommen bei Markus häufiger vor. Das Matthäusevangelium fügt die beiden Teile des Verfluchens und Verdorrens des Feigenbaums zusammen und reiht die Verfluchung zwischen der Geschichte der Tempelreinigung und der Frage nach der Vollmacht Jesu im Tempel (Mt 21,23–27 EU) ein.

    „Als er am Morgen in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger. Da sah er am Weg einen Feigenbaum und ging auf ihn zu, fand aber nur Blätter daran. Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll keine Frucht mehr an dir wachsen. Und der Feigenbaum verdorrte auf der Stelle. Als die Jünger das sahen, fragten sie erstaunt: Wie konnte der Feigenbaum so plötzlich verdorren? Jesus antwortete ihnen: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das vollbringen, was ich mit dem Feigenbaum getan habe; selbst wenn ihr zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer!, wird es geschehen. Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt.“

    – Matthäus 21,18–22 EU

    BEDEUTUNG: der Feigenbaum steht symbolisch für den Tempel und die Kinder Israels, er wird von Jesus verflucht. Dies ist die Prophezeiung von der Zerstörung des Tempels durch das Römische Reich: der mosaische Tempel wird verflucht und zerstört, der alte Bund mit Gott ist beendet, der NEUE BUND ist das römische Christentum, das Römische Reich ist das REICH GOTTES. Die Kinder Israels sind auf ewig verflucht, der alte Bund ist beendet, die Zukunft gehört dem Christentum, die Christen sind ausschließlich das Volk Gottes.

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    AUFGABE: Was verbindet Gleichnis 1 und 2 ? Was ist die gemeinsame Aussage?